Essen & Trinken

Die venezolanische Küche verfügt über traditionelle Zutaten, die landesweit Verwendung finden, in ihrer Zubereitung jedoch von Region zu Region variieren.

Insbesondere der Arepa kommt in der alltäglichen Ernährung eine wichtige Rolle zu, sie ist eine der berühmtesten Maisfladen Amerikas. Wenn gleich man auch in Kolumbien Arepas isst, haben sie dort nicht die Bedeutung auf dem täglichen Speiseplan, zudem gibt es in Venezuela viel mehr Zubereitungsarten. Die Arepa besteht aus einem Teig aus Mais, Wasser und Salz und ist neben der weihnachtlichen Hallaca ein Sinnbild der venezolanischen Küche. Ihrer Herkunft nach gehört die allseits beliebte Arepa zum indigenen Erbe Venezuelas, der Name stammt von “Erepe”, einer Bezeichnung der indigenen Ethnie Cumanagoto.

Die Hallaca ist ein typisches venezolanisches Weihnachtsgericht, mit dem sich alle Venezolaner identifizieren und das einen starken emotionalen Wert für sie hat. Unabhängig von Religionszugehörigkeit und sozialem Status, am 24. und 31. Dezember versammeln sich alle venezolanischen Familien zum Hallaca essen. Ein weiteres traditionelle Speise an diesen Tagen ist Schinken im Brotteig. Die Hallacas werden aus einer Maismasse zubereitet, die – je nach Region – mit geschmortem Fleisch, Zwiebeln, Oliven, Kapern und Cayennepfeffer gefüllt werden. Das Ganze wird dann in Kochbananenblätter eingehüllt und bei niedrigen Temperaturen, oft auch über Holzfeuer, gegart.

Typisch für die venezolanische Küche sind des weiteren: Cachapa, Casabe, Dulce de lechosa, Pabellón criollo und verschiedene Brühen. Cachapa ist eine Art Eierkuchen aus süßem Mais, Casabe ein Fladenbrot aus Maniok. Letzteres geht auf indigene Wurzeln zurück und wird vor allem wegen seiner leichten Konservier- und Transportierbarkeit geschätzt. Dulce de lechosa ist eine in ganz Venezuela typische Papaya-Süßigkeit, die insbesondere an Weihnachten genossen wird. Pabellón criollo, ein weiteres Nationalgericht, besteht aus schwarzen Bohnen, Reis, hachiertem Fleisch und reifen, frittierten Kochbananenscheiben. Zudem gibt es in Venezuela eine große Vorliebe für Brühen auf Fleisch- und Innereienbasis oder aber Hülsenfrüchtesuppen (schwarze sowie rote Bohnen, Linsen, Erbsen).
Neben den zahlreichen Arepa- und Cachapa-Variationen, erfreuen sich auch die berühmten Empanadas großer Beliebtheit. Diese werden ebenfalls aus Mais hergestellt, verschiedentlich gefüllt und anschließend frittiert. Ein weiteres Wahrzeichen der venezolanischen Küche sind Tequeños, dies sind mit einem Weizenmehlteig umhüllte, frittierte Käsestangen.

Je nach dem, in welcher Region Sie sich aufhalten, können Sie so ausgewählte Gerichte probieren wie Pizca andina (eine in den Anden zu findende Suppe mit Milch, Eiern und Koriander), Mute (Ziegensuppe), Conejo en coco (Kaninchen auf Kokos, insbesondere in Zulia und Falcón vertreten), Bollos pelones (mit Fleisch gefüllte Maisknödel), Gallina rellena (das für Táchira typische gefüllte Huhn), Pisillo de chigüire (ein in den Llanos typisches Hauptgericht mit Wasserschwein), Lau Lau frito (der insbesondere in Sucre beliebte frittierte Silberspatelwels), Calalú (eine auf der Paria-Halbinsel, im Osten und Guayana verbreitete Brühe mit Ziege oder Huhn), oder aber Lomo “prensao” (die für den Zentralen Westen typische Schweinelende im Backofen) und vieles mehr.

Als Beilage werden typischerweise Tostones (gebratene grüne Kochbananen) und Guasacaca (die venezolanische Variante von Guacamole) serviert.

Venezuela verfügt zudem über eine große Vielfalt an Weißbroten, auffallend ist insbesondere das große Angebot an süßen Broten in venezolanischen Bäckereien. Nicht süße Brote sind Baguette, Bauernbrot, französisches Weißbrot und einige importierte Rezepte, wie sizilianisches Weißbrot.

Die beliebtesten venezolanischen Süßwaren sind eingekochte Marmeladen, Fruchtgelees und Milchgrützen, des weiteren findet man Bananen- sowie Maiskuchen. Häufig verwendet man für Desserts und Süßigkeiten Papelón (ein Sirup auf Rohrzuckerbasis); es gibt Turrones aus Cashew und exquisitere Desserts wie Bienmesabe (aus Kokos, Biskuit, Eiern und Zimt) oder die Huevos chimbos (aus Eiern mit Sirup) im Bundesstaat Zulia.

Venezolanischer Käse ist meist sehr frisch. Es gibt landesweit eine große Vielfalt, wie “Queso de año” (ein kräftiger Hartkäse), guayanesischer Käse, Ziegenkäse, Räucherkäse, Büffelmozarella und “Queso de mano” (ein milder Weichkäse).

Zu den typischen Getränken in Venezuela zählen Fruchtsäfte und -shakes. Säfte haben einen höheren Wasseranteil, Shakes mehr Fruchtfleisch. Bereitet man sie mit Milch zu, nennt man dies Merengadas.

Und auch Kaffee trinken hat in Venezuela eine lange Tradition, Kaffee ist an vielen verschiedenen Orten erhältlich. Beachten Sie bitte, dass der Kaffee normalerweise bereits gesüßt serviert wird. In den meisten Cafés und Bäckereien findet man zudem Espresso – schwarz, mit Milch oder “braun” (weniger Milch, mehr Kaffee); dieser wird bei Bestellung frisch zubereitet.

Das beliebteste venezolanische Bier ist “Polar” als Pils, Light oder in speziellen Ausgaben wie das “Grüne”. Es gibt viele milde Biersorten in Venezuela, so dass es ratsam ist, vor Bestellung nach zu fragen, welches Bier vorrätig ist. Zudem ist Rum ein beliebtes und exquisites alkoholisches Getränk. Es gibt zahlreiche Marken für jeden Geschmack, die Beliebtesten sind Santa Teresa, Cacique und Diplomático. Von diesen gibt es auch ältere Sorten, mit ausgewählten Geschmacksnoten und Texturen, die es lohnt, zu probieren.


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