Kunst & Kultur in Venezuela

Die venezolanische Kultur ist ein Kaleidoskop, das sich aus drei verschiedenen Ursprüngen zusammensetzt: der indigenen, der afrikanischen und der spanischen Kultur.

Die indigene und die afrikanische Kultur wiederum unterscheiden sich entsprechend den einzelnen Stammeskulturen. Kulturelle Angleichungen bilden die Grundlage der heutigen venezolanischen Kultur, die in vielerlei Hinsicht ähnlich verlief wie im Rest Lateinamerikas, aber aufgrund der individuellen Bedingungen doch auch ihr eigenes hat.

Der indigene Fußabdruck in der venezoelanischen Kultur ist recht klein: Eine wenige Beiträge zum Wortschatz und auf zur Kulinarik. Gleichermaßen sind die afrikanischen Einflüsse gering, etwa Musikinstrumente wie den Tambour.

Weitaus größer war der spanische Einfluß, der seinen Ursprung insbesondere in den Regionen Andalusien und Extremadura hat, aus denen die Mehrzahl der spanischen Kolonisatoren stammte, die sich in der Karibik niederließen. Kulturelle Einflüsse findet man in der Architektur, Teilen der Musik, die katholische Religion sowie der Sprache.

Die Populärkultur in Venezuela ist eine Mischung aus den drei beschriebenen Einflüssen. Einige der venezolanischen Traditionen kann man auf den von uns empfohlenen Reisen kennenlernen.

Holz- und Steinschnitzereien in Venezuela

Die in Venezuela typischen Holz- und Steinschnitzereien reichen bis zu den amerindischen Jäger- und Sammlerkulturen zurück, als die Fertigung von Werkzeugen notwendig war, um mit der Umwelt in Interaktion zu treten und die natürlichen Ressourcen auszuschöpfen. Die Mehrzahl der heutigen Stein- und Holzschnitzereien dienen zur Zierde, man findet sie in unterschiedlichen Teilen des Landes.

Insbesondere die Holzschnitzereien sind von Künstlern und Kunsthandwerkern verschiedener Regionen wiederaufgenommen wurden, sie erscheinen in modernerem Antlitz und sind eher künstlerisch als kunsthandwerklich angelegt, oft rufen sie aber auch historische Ereignisse oder Persönlichkeiten in Erinnerung.

Reisende, die gern das sehr alte Kunsthandwerk kennenlernen möchten, finden dies bei einem Besuch der Ethnien Piaroa, Warao und Yanomami.

Töpferei, Korb- und Keramikhandwerk in Venezuela

Nachdem die prehispanische Bevölkerung gelernt hatte, die Materialien in ihrer Umgebung zu nutzen, begannen sie, den Ton zu formen und zu backen, um Gegenstände des täglichen Gebrauchs sowie Schmuckgegenstände zu fertigen. Weitere hoch entwickelte Kunsthandwerke in Venezuela sind seit amerindischen Zeiten Korbflechterei und Weberei, sowohl für den Alltagsgebrauch als auch heilige Feste.

Kunsthandwerksläden findet man in allen Regionen des Landes, insbesondere jedoch in den ehemaligen oder heutigen Hauptsiedlungsgebieten der indigenen Bevölkerung. Die Verwendung von Ton und das Töpfereihandwerk sind nach wie vor ein wichtiger Bestandteil venezolanischer Kultur, es gab eine starke Weiterentwicklung der Techniken und Materialien, so gibt es zum Beispiel Keramik aus Sandstein.

Traditionelle Musik und Tänze in Venezuela

Eine der beliebtesten venezolanischen Musik ist zweifellos die Llanera. Als Musikinstrumente dienen eine viersaitige Gitarre (el cuatro), Rasseln (maracas), Harfe und Bandola. Der typischste Tanz ist der Joropo, der auf öffentlichen Festen genauso getanzt wird wie bei privaten Feiern zu Hause und auf dem Land.

Die Trommelmusik und -tänze der Küstenregion sind ebenfalls eine typisch venezolanische Eigenart. Ihr Ausgangspunkt sind die Ortschaften nahe der alten Kakaoplantagen und im Süden des Maracaibo-Sees: diese beiden Gegenden waren in der Kolonialzeit die Sklavereizentren.

Religiöse Lieder und Tänze afrikanischen Ursprungs vermischten sich mit dem aus Spanien stammenden katholischen Glauben, daraus gingen die Feiern zu Ehren San Benitos hervor, die typisch für die westliche Region Venezuelas sind. Eine der wichtigsten San-Benito-Feiern findet im Dorf Mucuchíes, im Bundesstaat Mérida statt.

Die Mehrheit der indigenen Gemeinden in Venezuela hat ihre alten Riten und Sitten beibehalten. Im Bundesstaat Bolívar gibt es eine Vielfalt an Tanz- und Gesangsdarbietungen. Die Regenwaldbewohner verwenden für ihre spirituellen und ihre Freudengesänge Schilfflöten und -tamburine. Kennzeichnend für fast alle Lieder der venezolanischen Indigenen sind ihr klagender und monodischer Rhythmus.